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Wiener Orchideengesellschaft 2006     

Allgemeines zu Pflege

da kein Kulturraum gleich ist, handelt es sich hierbei um allgemein gehaltene Kurzinformationen! Für weiterführende genauere Tricks besuchen Sie uns, wir helfen gerne. Ebenso empfehlen wir fachspezifische Literatur.

Es gibt Warmhausorchideen, Orchideen für den temperierten Bereich und Kalthausorchideen.

Warmhausorchideen: z.B. Phalaenopsis benötigen keine besondere Temperaturabsenkung, um zur Blüte zu kommen. Im Normalfall kommen sie nach dem Verblühen nach 9 Monaten wieder zur Blüte. Der Standort sollte hell, warm, nicht vollsonnig sein. (schattieren kann man durch ein Vorhang im Hochsommer).

Bei allen Orchideen ist Zugluft zu vermeiden, (besonders, wenn sich Knospen zeigen -> dies könnte zum frühzeitigen Abfall führen) jedoch Frischluftzufuhr für eine gesunde Pflanze von Vorteil.

Orchideen mögen keine nassen Füsse ! Das Substrat muss gut abgetrocknet sein, bevor man wieder giessen sollte. Prüfen Sie das Topfgewicht durch hocheben: fühlt sich der Topf schwer an, ist noch genügend Restfeuchtigkeit am Boden des Subtrates. Fühlt sich der Topf sehr leicht an, dann ist das Substrat trocken. Im Regelfall genügt (je nach Temperatur! ) 1x wöchentliches Giessen. In den Wintermonaten, wenn nicht genügend Licht vorhanden ist und die Temperatur absinkt, das Substrat länger braucht um völlig zu trocknen, ist das Giessrythmus zu verlängern.

Benützen Sie kein stark kalkhaltiges, kaltes Leitungswasser. Lassen sie ihr Giesswasser über Nacht stehen, so erreicht es Zimmertemperatur. Vermeiden Sie, dass Wasser in die Blattachseln kommt (eventuell mit einem Küchtuch abtrocknen) ,es könnte zum Abfall -> Fäulnis führen.

In den Wintermonaten stagniert das Wachstum, im Frühjahr kommt es zu einem deutlichen Wachstumsschub. Neue Wurzeln und Blätter werden gebildet. Jetzt ist Zeit zum mäßigen Düngen. Sie können handelsüblichen Dünger (geringe Konzentration) , aber auch spez. Orchideendünger verwenden.

Grundregel: weniger ist mehr ! Zu hohe Düngung ,vorallem, wenn der Dünger auf trockenes Substrat kommt, führt dies zur Verbrennungen der Wurzeln; infolge zum Absterben. Giessen sie zuerst das Substrat mit normalem Wasser, dann mit einer schwachen Düngerlösung.

Orchideen können in den Sommermonaten leicht übernebelt werden, um gegen trockene Luft vorzubeugen. Vorsicht vor Nässe in den Blattachseln!

Nicht jede Orchidee ist für einen Aufenthalt im Freien geeigent . Manche Arten benötigen jedoch zur Blüteninduktion gerade die starken Tag und Nachtdifferenzen im Freien. Bei Dauerregen ist jedoch ein Schutz vor zuviel Nässe nötig.

 

Cattleyen - Bild

Temperatur: um 22-26°C am Tag, 16-18° in der Nacht. Niedrigere Temperaturen in der Nacht (bis 10-12°C) nur beim trockenen Substrat, sonst faulen die Wurzeln ab. Nächtliche Temperaturabsenkung von 4-8°C ist sehr wichtig!

Licht: Viel Licht, möglichst von allen Seiten, aber keine direkte Sonne.

Ausnahme: im Winter stehen meine Cattleyen am Fenster ohne Schattierung. Sobald die Blätter bei der Sonneneinstrahlung deutlich warm werden, soll schattiert werden. Wer die Möglichkeit hat, soll die Pflanzen ab ca. Mai bis August / September unter einem Baum im Garten halten. Achtung: Cattleyen sollen NICHT Nachttemperaturen unter 10°C oder Dauerregen über mehrere Tage ausgesetzt werden.

Luftfeuchtigkeit: 40-60% --> Standort in der Küche ist ideal, vorausgesetzt, dass die Temperatur in der Nacht um 4 - 8°C absinkt.

Giessen: wenn Substrat fast ausgetrocknet ist. Achtung: wichtig ist die Substratfeuchte im Topf, nicht auf der Substratoberfläche --> "Fingerprüfung" hilft. Giessen oder besprühen ersetzt NICHT die Luftfeuchtigkeit, die die Blätter und Bulben brauchen!

Wasserqualität: Leitungswasser ist im Normalfall gut genug, Regenwasser erlaubt höhere Düngerkonzentrationen.

Düngen: in der Wachstumsperiode (Wurzelspitzen grün) nach dem Motto "mässig aber regelmässig" düngen, in der Ruheperiode (Wurzelspitzen nicht aktiv) soll nicht oder nur übers Blatt gedüngt werden. Auch bei schwachen Düngerkonzentrationen muß immer wieder mit reinem Wasser gegossen werden um die Ansammlung der Salze im Substrat zu reduzieren.

Dünger: Orchideendünger ist vorteilhaft, bitte die vorgeschriebene Dosierung beachten. Auf keinen Fall "normale" Pflanzendünger in voller Konzentration verwenden, immer nur max. 1/4 der empfohlener Düngermenge nehmen. Es empfehlt sich, den Substrat .

Licht, Wärme und Luft- und Substratfeuchtigkeit müssen immer ausgewogen sein, das heisst: bei wenig Licht soll die Pflanze kühler und trockener gehalten werden, bei viel Licht warm und feucht.

Umtopfen: im Normalfall jede zwei Jahre, am Besten im Frühjahr, kurz bevor die Wurzeln aktiv werden. Bitte nur Spezialsubstrat verwenden, keine normale Blumenerde!

Grzegorz Kozlowski

Substrat: grobes Rindensubstrat, mit Styroporanteil.

Cattleyen kommen auf 2 Arten zur Blüte:

1. Gleich nach Vollendung und Ausreifung des Neutriebes erscheint der Blütentrieb mit Knospen .
2. Nach einer mehrwöchiger Ruhepause, sobald der Neutrieb fertig ist, erscheint die Blütenscheide, die sich dann langsam öffnet. In der "Durchsicht" sieht man relativ bald, ob die Blütenscheide mit Blütenknospen gefüllt ist.

Cymbidien Bild

Cymbidien lieben Freilandaufenthalt, halbschattig. Nach den Eisheiligen können die großen Orchideen ins Freie. Sie benötigen kräftig Dünger in höherer Konzentration als andere Orchideen,ca. alle 3 Wochen. Dazu wird kräftig gewässert. Ab Mitte September empfiehlt ein sonniger Standort. Die Pflanzen können bis zu einer Aussentemperatur von 0 Grad im Freiland gehalten werden, nur ist bei entsprechend niedriger Temperatur die Wasserzufuhr einzuschränken. Überwintert wird in einem kühlen Raum oder im kühlen Treppenhaus. Erst wenn die Blüten geöffnet sind,können sie wieder etwas wärmer gehalten werden, obwohl natürlich bei Wärmezufuhr die Blüten nicht so lange halten können. Bei reiner Zimmerhaltung kann die Blüte ausbleiben, da die richtige Nachtabsenkung und niedrige Temperatur nicht nachvollzogen werden kann.

e.k.

Zygopetalum Bild

Halbschattiger,nicht zu warmer Standort, hell, nicht vollsinnig. Aussenaufenthalt wirkt sich günstig aus -> vor starken Regengüssen schützen.

Die eher weichen Blätter sind anfällig für Fleckenbildung, wenn Spritzwaser auf sie trifft. Zygopetalum verträgt mehr Düngegaben, damit die Pseudobulben gut ausgebildet werden. Die Wassergaben werden im Herbst etwas reduziert, bis sich der Blütentrieb zeigt.Früher waren Zygopetalen nicht so ein Problem, durch die Ofenheizung sank die Temp. Nachts deutlich ab.

Die heutigen Hybriden sind jedoch schon etwas einfacher zur Blüte zu bringen. Der Kulturtopf sollte groß genug gewählt werden, da diese Gattung über dicke Wurzeln verfügt, die einen genügenden Platz im Topf benötigen.

e.k.

Dendrobien - Bild

Die Gattung Dendrobium ist mit ca. 1300 bekannten Arten eine der größten in der Orchideenfamilie. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien im Westen bis zu den pazifischen Inseln im Osten, Japan im Norden bis Neuseeland im Süden. Innerhalb dieses riesigen Verbreitungsgebietes herrschen große klimatische Unterschiede. Dennoch gibt es Arten, die auf Grund ihrer Anpassungsfähigkeit sehr weit verbreitet sind, z. B. Dendrobium anosmum, das von Indien bis Neuguinea wächst. Doch nicht nur die geographische Verbreitung, sondern auch die Höhenlagen, in denen Exemplare einer Art wachsen, sind wichtige Indikatoren für die Pflege.

Grob wird unterschieden zwischen Arten mit Ruhezeit (meist aus Monsungebieten) und Arten ohne Ruhezeit, mit deren höchster Konzentration in Neuguinea (geschätzte 460 Arten).

Die Wachstumsperiode für Pflanzen aus Monsungebieten dauert ca. von April/Mai bis Ende Oktober/Anfang November. In dieser Zeit dürfen die Pflanzen nicht austrocknen (jedoch keine Staunässe!) und auch Düngergaben sollten regelmäßig verabreicht werden.

Ausreichende Schattierung, um Verbrennungen zu vermeiden, hohe Luftfeuchigkeit (ca. 80 %) und viel Frischluftzufuhr sind ebenfalls sehr wichtig.

Ab November wird mit dem Ausreifen der neuen Triebe die kühle Ruhezeit, die ca. bis Ende Jänner dauert, durch Temperaturabsenkung (tagsüber ca. 18°, nachts ca. 14° C) und Reduzierung der Wassergaben (keine Düngergabe!) eingeleitet, doch sollten die Pflanzen nicht längere Zeit völlig trocken sein. Von Februar bis April fast kein Wasser (am besten nur sprühen) und sehr hell und auch die Temperaturen sollten durch den höheren Sonnenstand wieder steigen. Die Trockenzeit und die niederen Temperaturen sind wichtig zur Blüteninduktion! Ab Mai beginnt wieder die feuchte, warme Wachstumszeit.

Pflanzen ohne Ruhezeit werden auch im Winter ständig leicht feucht gehalten (kein Dünger!) und verlangen auch höhere Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Erst ab Mai soll wieder gedüngt werden. Ständige Luftbewegung ist sowohl für Pflanzen mit als auch ohne Ruhezeit wichtig.

Diese Angaben können auf Grund der großen Verbreitungsgebiete und spezieller Standorte nur sehr allgemein sein und beziehen sich ausschließlich auf Arten, nicht Hybriden!

Als weiterführende Literatur (leider nur in Englisch):

Margaret L. und Charles O. Baker „Orchid Species Culture, Dendrobium“. Timberpress, Portland, Oregon. www.timberpress.com

Auf 852 Seiten werden für 1230 Arten samt Synonymen gut gegliederte Kulturanleitungen geboten.

Ebenfalls von Timberpress:

Bill Laverack, Wayne Harris, Geoff Stocker „Denbrobium And Its Relatives“. 288 Seiten mit interessanten Kapiteln über Klassifizierung und Nomenklatur, Verbreitung, Biologie und Ökologie sowie Kulturanleitungen im 1. Teil und kurzen Beschreibungen vieler Arten mit exzellenten Fotos im 2. Teil.

Beide Bücher sind sehr zu empfehlen!

Peter Schmid

Vandeen - Bild

Vandeen verzaubern durch ihre wunderbaren Blüten, aber nicht zuletzt auch wegen ihres Wuchses.Standort i.d. Whg: Während des ganzen Jahres sehr hell bis sonnig, jedoch Mittags schattiert.

Temperatur:Ganzjährig warm, mit einer Temperaturabsenkung von 5-10 Grad in der Nacht.

Kultur ist,wegen der fleischigen Luftwurzeln, im Körbchen zu empfehlen.

Giessen: täglich die Wurzeln einnebeln, bei hohen Temperaturen tägliches Tauchen der Wurzeln in einem Kübel Wasser. Vermeiden Sie bitte, dass Wasser in die Blattachseln kommt.

Aussenaufenthalt: ist bei Vandeen empfehlenswert.Halbschattig bis sonnig.

e.k.

Miltoniopsis

Ist hingegen einiger Fachliteratur nicht unbedingt als Anfängerorchidee zu bezeichnen. Sie erfordert etwas Erfahrung bezügl. Temp; Standort; Gießverhalten und Düngung

Standort : Hell,nicht sonnig

Temperatur : temperiert, nicht zu warm. Im Sommer viel Frischluft, schattiert. Ein helles Nordfenster sollte ideal sein. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit neigen die Blätter zu unschönem Zieharmonikawuchs.

Die Gattung besitzt dünne Wurzeln, deshalb sind sie auch anfällig für zu hohe Düngergaben. ! Nie aufs trockene Substrat düngen, ! Eine angemessene Dauerfeuchtigkeit, nicht zu viel, nicht zu trocken, sollte angestrebt werden.

Nach der Blüte wird eine leichte Trockenperiode eingeleitet, bis sich der Neutrieb zeigt. Da Neutriebe zu Fäulnis neigen, ist vorsichtiges Gießen anzuraten. Um die Umgebungsluftfeuchtigkeit zu erhöhen, empfiehlt es sich Fensterbankschalen zu verwenden.

e.k.

Paphiopedilum /Frauenschuh Bild

Sie besitzen keine Speicherorgane.

Umtopfen : jährlich nach der Blüte ,spätestens alle 2 Jahre.

Frauenschuh mit marmorierte Blätter –benötigen in der Wachstumszeit etwas Wärme, danach eine kurz angedeutete Ruhezeit, in der die Temp etwas abgesenkt wird, jedoch nicht wesentlich die Feuchtigkeit verringert werden soll.

Frauenschuh mit grünblättrige Arten sind temperiert bis kühl zu pflegen, bei etwas höherer LF.

Exakte Beschreibungen: http://www.orchideen.at/paphio.htm Mag. Windisch

e.k.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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